Schneckenbesuche und Tierliebe.



schnecken

Ihr kennt ja meine alte Wohnung in St. Jürgen - wunderschön! Der geflieste Balkon, die großen Bogenfenster, der völlig echte Parkettboden - und der Garten... - ein Traum!
Leider zu klein, sonst wär ich heut noch da.
Ich weiß, ihr denkt, ich bin wegen der Nacktschnecken umgezogen, die manchmal ihr Paradies draußen verließen, um mich zu besuchen - keine Ahnung warum oder wie die überhaupt reingekommen sind.
Und immer nachts. Am nächsten Morgen konnte man die Spuren aufm Parkett deutlich erkennen - war aber leicht wegzumachen. Ich kann also gar nicht oft genug betonen, dass dies nicht der Grund für meinen Umzug nach der anderen Seite von Lübeck war, wirklich! Aber ich soll von den Nacktschnecken erzählen, darauf wollt ihr hinaus, richtig?
Gut, wo soll ich anfangen? -
Wie viele älteren Damen muß/mußte ich mitunter auch nachts aufs Klo und bin dann oft im Dunkeln auf eins dieser Dinger getreten - war sofort hellwach und habs dann schaudernd wieder in den Garten geworfen, sind ja auch bloß Geschöpfe Gottes, dacht ich mir.
Einmal aber wurds mir zu bunt, gleich zwei hatte ich erwischt, bin vom ersten erschrocken hochgeprungen und prompt aufs nächste geplanscht.
Und das barfuß!
Ehrlich, da wars vorbei mit meiner Tierliebe, bin ins Bad gerast, mit ner Klorolle zurück und - wusch! - hatte ich eines und - wusch! - das andere und dann ab ins Bad und - wusch!! - ins Klo damit, und dann kräftig und lange gezogen - zweimal, dreimal, viermal!
Am nächsten Morgen dachte ich nicht mehr dran. Kochte mir nen starken Kaffee und schlich damit aufs Klo wie jeden Morgen. Knapp vorm Hinsetzen sah ich es gerade rechtzeitig: eine hellbraune schleimpampige unformige Etwas mit einer geknickten Antenne vorne, das langsam aber unaufhaltsam das Klobecken hinaufkroch...

© 2004, hexandthecity


 bob  lily