Gefunden auf der Suche nach alten Kurzgeschichten - was mag ich damals wohl im Sinne gehabt haben? Lust, die Geschichte zu beenden?



Der Lotterladen

  Das Geschäft lag unauffällig, ja - fast versteckt zwischen einem Friseursalon, der alle paar Monaten den Besitzer wechselte, und einem Discounter, der anfangs einer besseren Drogerie, heute eher einer leerstehenen Fabrik glich - wenn man die ebenso schäbig aussehenden ein und aus huschenden Kunden ignorieren konnte.
  Der Laden sah aus, als sei es irgendwie eingequetscht, wie in flüssiger Form reingetropft und nur notdürftig erhärtet, schien auch tiefer zu liegen als alles Umstehende, selbst der Rinnstein kam einem höher vor. Vor zweiunddreißig Jahren hatte das alte Schild noch bekannt gegeben, dass sich hier ein Lottoladen befand, die einzelnen Buchstaben waren kaum leserlich - seit Jahren hieß es nur noch "Der Lotterladen". Bereits acht Jahre nach der Eröffnung hing ein "Zu Verkaufen" in dem von einem schweren Vorhang verdeckten Schaufenster; Vorhang wie Verkaufsschild waren inzwischen verschwunden, das Schaufenster undurchdringlich: Staub, Fliegendreck - Zeit. Wem es gehörte und warum niemand einzog? Keine Ahnung.

  Vielleicht schreibe ich das mal zu Ende, vielleicht erfindet jemand etwas viel Schöneres? Gerne, Autorenname würde ich einsetzen, Ehrensache!


 bob  Schöne Stadt!  Heulmeisje. Vorischt, diese Geschichte ist real - ich muss es wissen